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Die griechisch-orthodoxe Kirche in der heutigen ZeitDie Religion, ist eins der wichtigsten Elemente, für die Bildung des Charakters des neugriechischen Staates. So wundert es einen nicht, das die Mehrzahl der Griechen christlich ist. Davon sind 97% griechisch-orthodox, genauer gesagt, die Zahl der Gläubigen der griechisch-orthodoxen Kirche stimmt, mit der Bevölkerung Griechenlands und der im Ausland lebenden Griechen, fast überein. Das zeigt wie wichtig die Religion auch heute im 21. Jahrhundert für die Griechen ist. Der Glaube spielt hier eine wesentlich wichtigere Rolle als in anderen europaeischen Ländern. Wenn sie das nicht glauben schauen sie mal an Ostern [Infos >>>], oder an einem der Kirchenfeste vorbei. Wenn wichtige Feste rufen sind alle da. Von pubertierenden Teenagern, über gestresste Geschäftsmänner bis zu denen, die sonst das Haus eigentlich nicht mehr so oft verlassen. Manch ein Pfarrer in deutschsprachigen Gemeinden würde von so einem regen Interesse an der Kirche träumen. Das Wort griechisch-orthodox hat keinen nationalistischen Akzent, sondern bezieht sich auf den Ritus, in dem man die Gottesdienste feiert, d.h. im byzantinischen bzw. griechischen Ritus, und er ist zu unterscheiden vom lateinischen bzw. römischen Ritus der römisch-katholischen Kirche. Orthodox heißt hier auf der einen Seite gläubig, auf der anderen weist das Wort auf den Lobpreis Gottes hin.
Die Kirche genießt auch einen besonderen Status in der gesamten Staatsordnung. Schuld daran sind die diversen Rollen, welche die Kirche im Laufe der Geschichte eingenommen hatte. Während der osmanischen Herrschaft, boten Kloester Schutz. In Kloestern und Höhlen, versteckten sich die Mönche mit ihren Schülern um die Religion und die griechische Sprache an die Jugend weiterzugeben, denn griechische Schulen waren verboten. Später während der griechischen Revolution, und beim Aufbau des neugriechischen Staates, spielte die Kirche eine wichtige Rolle. So ist es auch zu erklären, weshalb die Kirche auch in der heutigen griechischen Verfassungen eine privilegierte Stellung hält. Die griechisch-orthodoxe Kirche ist keine Staatskirche, dennoch wird sie vom Staat unterstützt. So gab es nie eine vollständigen Trennung zwischen Kirche und Staat, wie dies in anderen Religionen der Fall war. Juristisch gesehen ist die griechisch-orthodoxen Kirche, wie andere Religionsgemeinschaften, Körperschaft des öffentlichen Rechts. Verwaltungsmäßig ist die Kirche in Erzdiözesen, die Metropoliten, aufgeteilt, die sich über das ganze Land verteilen. Die Mehrzahl davon, 78 Metropolien, gehören der autokephalen Orthodoxen Kirche Griechenlands an. Einer der 16 unabhängigen Kirchen, aus der sich die Weltorthodoxie zusammenstellt. Wobei jede der autokephalen Kirchen, sowohl geistlich als auch verwaltungsmäßig selbständig ist. Wobei sie alle in Einheit mit den orthodoxen Kirchen durch das gemeinsame Bekenntnis an den Glauben der Propheten, der Apostel, der Kirchenväter und der sieben Ökumenischen Synoden des ersten Jahrtausends, durch denselben Ritus und ein gemeinsames Kirchenrecht verbunden sind. Dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, in der Türkei, einer autokephalen Kirche, stellt den Ehrenprimas der Weltorthodoxie. Ihm unterstehen aus historischen Gründen auch einige Metropolien, die sich auf dem Territorium Griechenlands befinden. Es handelt sich dabei um die Kirche Kretas, deren neun Erzdiözesen eine Art Selbstverwaltung genießen, und die fünf Metropolien des Dodekanes die sich auf den Inseln Rhodos, Kos, Kalymnos, Karpathos und Symi befinden. Die griechisch-orthodoxen Kirche, der Dodekanese, folgen dem gregorianischen Kalender, der 1924 vom griechischen Staat eingeführt wurde. |
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